Sehen, verstehen, handeln

Über die sexuelle Ausbeutung von Mädchen und Jungen wird heute fast täglich in den Medien berichtet. Sie geschieht in allen Lebensbereichen, in denen Kinder leben bzw. sich aufhalten. Die Täter gehen in der Regel strategisch vor, damit die von ihnen verübten Gewalthandlungen nicht bekannt werden. Sie nutzen die Spielräume unklarer institutioneller Strukturen und fachliche Defizite der pädagogischen Konzeption, um systematisch die Wahrnehmung der Mädchen und Jungen, Mütter und Väter sowie Kollegen zu vernebeln.

Im Rahmen der Fachtagung wurden grundlegende Informationen über die Strategien der Täter, die Psychodynamik der Opfer und institutionelle Dynamiken bei der Aufdeckung sexualisierter Gewalt am Beispiel Schule vermittelt. Zudem waren Hilfen für die Opfer und die Klasse, Umgang mit dienstrechtlichen Vorgaben sowie die Rolle der Lehrer als Zeugen vor Gericht Thema dieses Fachtags.

Welche rechtlichen Unterstützungsangebote für Kinder und Jugendliche gibt es auf dem Weg zur Strafanzeige?
Was ist nach der Anzeigenerstattung zu beachten, um eine optimale Vertretung gegenüber Polizei und Staatsanwaltschaft sowie vor Gericht zu gewährleisten? Es wurden Möglichkeiten der Prävention an Schulen vorgestellt, damit Schule zu einem sicheren Raum für Mädchen und Jungen wird.

Was für die Schule gilt, ist weitgehend übertragbar auf andere Institutionen, wie z.B. Kindergärten, Kindertageseinrichtungen, Einrichtungen der Jugendhilfe, Kliniken, Sportvereine, Jugendgruppen etc.

Dieser Fachtag fand am 10.11.2012 in Romrod im Rahmen des Aktionsbündnisses Rosenstraße 76 statt und wurde in Kooperation mit dem Kreisausschuss des Vogelsbergkreises, Fachstelle gegen sexualisierte Gewalt, durchgeführt.

Einen ausführlichen Pressebericht finden Sie auch auf der Internetseite des Vogelsbergkreises.