Ehre und Gewalt – zwischen Tradition und Moderne

Hintergrund und Ziele

Gewalt im Namen der Ehre kommt überwiegend in stark patriarchalisch strukturierten Familien und besonders in islamisch geprägten Gesellschaften vor.

Häufig haben Mädchen ab der Pubertät darunter zu leiden. Sie können durch „unehrenhaftes Verhalten“, z.B. einem Gespräch mit einem Fremden, Selbstständigkeitsstreben, Orientierung am westlichen Lebensstil, die Ehre der Familie gefährden. Da diese eng mit der Keuschheit der Frauen zusammenhängt, werden sie früh verheiratet bzw. dürfen sich nicht trennen. Dazu kommt die besondere Situation der Importbräute.

Gewalt im Namen der Ehre äußert sich in Unterdrückung, Bedrohung oder Erpressung. Auch Misshandlungen, Einsperren, Foltern oder Zwangsheirat werden von den Tätern – oft enge Familienangehörige – eingesetzt, um den Frauen eine Rückbesinnung auf ihre traditionelle Rolle aufzuzwingen. In der  extremsten Form ist ein Ehrenmord nicht auszuschließen.

Zwangsverheiratung und Gewaltanwendungen im Namen der Ehre verstoßen eklatant gegen zivil- und strafrechtliche Vorschriften und sind unter dem Hinweis auf kulturelle Selbstverständnisse und Traditionen nicht hinnehmbar.
Wir wollen für dieses Thema sensibilisieren, auf die wachsende Problematik hinweisen, über Situationen der Opfer und ihrer Familien informieren sowie die Entwicklung eines fachkundigen Netzwerks anregen.

Referenten des Fachtages Ehre und Gewalt
Die Referenten des Fachtages "Ehre und Gewalt"

Die Fachtagung fand am 1. September 2011 in der Hochschule Fulda statt und wurde in Kooperation mit der Hochschule Fulda (Fachbereich Pflege und Gesundheit), dem Netzwerk gegen Gewalt und dem Polizeipräsidium Osthessen durchgeführt.

Für Interessierte . . .

sind einzelne Rednerbeiträge auf dem Server der Hochschule Fulda eingestellt und sehr zu empfehlen: