Therapeutisch-Pädagogisches Trainingswohnen

Im Therapeutisch-Pädagogischen Trainigswohnen (TPTW und TPTW+N) bieten wir Mädchen und jungen Frauen, die Gewalt erlebt haben und aus unterschiedlichsten Gründen nicht nach Hause zurückkehren oder nicht mehr zu Hause leben können, Unterstützung in ihrem Entwicklungs- und Verselbständi-gungsprozess an.

Im TPTW + N (mit Nachtanwesenheit) und TPTW werden bis zu 12 Mädchen und junge Frauen in WG´s oder Einzelwohnungen auf ihrem Weg in die Selbständigkeit begleitet. Im Anschluss an das Trainingswohnen bieten wir den jungen Frauen als Übergang in die Selbständigkeit eine ambulante Unterstützung im Betreuten Wohnen.

Grundlagen unserer Arbeit im Bereich Trainingswohnen

Wir arbeiten sowohl systemisch, ressourcen- und lösungsorientiert, als auch tiefenpsychologisch und traumazentriert. Mit unserem mädchenspezifischen Ansatz der Beziehung, Verlässlichkeit, Struktur und emotionale Akzeptanz anbietet, wollen wir Mädchen und junge Frauen durch eine Tagesstruktur und klare Regeln bzw. Konsequenzen bei Regelüber-tritten Orientierung, Halt und Sicherheit geben.

Wir begleiten die Mädchen auf ihrem Weg in ein selbstbestimmtes und eigenverantwortliches Leben. Sie sind zukünftig in der Lage, für sich selbst zu sorgen und Entscheidungen zu treffen. Eltern können weiterhin in den Hilfeprozess mit einbezogen werden.

Pädagogisches Konzept

Im TPTW unterstützen wir junge Frauen

  • bei der Entwicklung einer eigenen realistischen Lebensperspektive
  • in ihrer Persönlichkeitsentwicklung zu Eigenverantwortung und Selbständigkeit
  • sich eine schulische / berufliche Perspektive zu erarbeiten
  • darin, lebenspraktische Kompetenzen zu entwickeln
  • beim Erlernen hauswirtschaftlicher Fähig- und Fertigkeiten
  • beim Umgang mit Geld
  • bei Behördengängen und amtlicher Korrespondenz
  • in der Organisation ihres Alltages
  • in persönlichen Krisensituationen
  • bei der Konfliktbewältigung im sozialen Umfeld durch die Entwicklung konstruktiver Konfliktlösungsstrategien
  • sich ein eigenes Lebensumfeld mit einer sinnvollen Freizeitgestaltung aufzubauen
  • bei der Klärung der Beziehungen zur Herkunftsfamilie
  • mit dem Ziel einer versöhnlichen Ablösung
  • bei der Auseinandersetzung mit den Rechten und Pflichten als Staatsbürgerin
  • mit psycho- und reittherapeutischen Angeboten

Wie sieht das Leben im TPTW aus ?

Aufregend – lernintensiv – cool bis fetzig !

Im TPTW + N leben zwei bis drei Mädchen in einer großen Wohnung, jede junge Frau hat ein eigenes Zimmer. Es gibt eine Küche, ein Esszimmer, ein Wohnzimmer und zwei Badezimmer. Die Mädchen stehen möglichst selbständig auf, frühstücken und gehen zur Schule bzw. an ihren Ausbildungsplatz. Damit das klappt, bleibt die Nachtbetreuung da, bis alle jungen Frauen das Haus verlassen haben. Im TPTW bewohnen zwei junge Frauen eine Wohnung, jede hat ein eigenes Zimmer, es gibt mindestens eine gemeinsame Küche und ein Badezimmer oder sie wohnen allein in einer Wohnung. Im Betreuten Wohnen leben die jungen Frauen selbständig, können aber bei Bedarf ihre Bezugsbetreuerin um Hilfe bitten. Es besteht in allen Wohnformen eine 24 h-Rufbereitschaft.

Die WG´s befinden sich in Mehrfamilienhäusern zentral gelegen zu Schulen, Bahnhof, Einkaufsmöglichkeiten, Behörden und Freizeitmöglichkeiten. Sie leben selbständiger, werden meist nachmittags oder am frühen Abend von ihrer Bezugsbetreuerin in all ihren Anliegen unterstützt.

Mit jeder jungen Frau erstellt die Bezugsbetreuerin – zu der sie eine vertrauensvolle Beziehung aufbauen kann – einen individuellen Betreuungsplan, der sich an ihren Bedürfnissen orientiert. Sie sehen die Jugendliche/junge Erwachsene bei einem Wochenkontigent von 17 Stunden face-to-face und unterstützen bei der Haushaltführung, insbesondere bei einer vernünftigen Ernährung, beim Erledigen der Einkäufe, der Wäsche und Ordnung Halten. Sind die Hausaufgaben erledigt und wichtige Termine wahrgenommen, beginnt die Freizeit, die Mädchen gehen in die Stadt, besuchen Freunde, etc.

Das Team bilden Pädagoginnen, eine Psychotherapeutin und eine pädagogische Leiterin sowie Studentinnen für die Nachtbetreuung (Betreuungsschlüssel 1 : 2). Wöchentlich findet eine Gruppenbesprechung, monatlich das sog. Mädchentreffen statt – ein Treffpunkt für alle, die im TPTW + N, TPTW und ambulanten Bereich leben, um sich auszutauschen und gemeinsame Unternehmungen zu planen.