Intensiv-Pädagogische Wohngruppen

In unseren Intensiv-Pädagogischen Wohngruppen finden jeweils sechs Mädchen eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung, deren Lebenssituation aktuell oder schon längerfristig durch Gewalt verursachte besondere Problemlagen erheblich erschwert sind, und die zu solch schwerwiegenden psychiatrischen und psychosozialen Symptombildungen geführt haben, dass sie einer intensiven Betreuung in einer überschaubaren Gruppe mit nur wenigen Mitbewohnerinnen bedürfen.

In der VIO 3, Vio 5 und VIO 6 können Kinder ab 6 Jahren aufgenommen werden und bis zu ihrer Reintegration in die Familie, dem Wechsel in eine andere Wohngruppe oder bis zur Verselbständigung leben.

Grundlagen unserer Arbeit in Wohngruppen

Wir arbeiten sowohl systemisch, ressourcen- und lösungsorientiert, als auch tiefenpsychologisch und traumazentriert. Mit unserem mädchenspezifischen Ansatz, der Beziehung, Verlässlichkeit, Struktur und emotionale Akzeptanz anbietet, wollen wir Mädchen und junge Frauen durch einen geordneten Tagesablauf und klare Regeln bzw. Konsequenzen bei Regelübertritten Orientierung, Halt und Sicherheit geben.

Wir wollen die Eltern in ihrer Rolle und Verantwortung stärken, beraten und unterstützen.

Wöchentliche Teamsitzungen, regelmäßige interne und externe Kinder- und Jugendpsychiatrische Fachberatungen sowie teamübergreifende Fallbesprechungen und Supervision stellen eine hohe fachliche Qualität sicher.

Pädagogisches Konzept

In den Intensiv-Pädagogischen Wohngruppen werden die Mädchen durch eine hohe Betreuungsdichte (1 : 1) und einer gezielten Einbeziehung von Störungsbild, Beziehungs- und Gruppendynamik ihrer Belastbarkeit entsprechend wahrgenommen und gefördert

  • mit dem Blick auf die individuelle seelische Verletzung
  • unterstützt bei der Bewältigung des Alltags
  • durch tägliche Reflexionsgespräche geübt darin, über sich und ihr Befinden zu sprechen
  • Schutz und Sicherheit erfahren
  • angehalten zur regelmäßigen Einnahme ihrer Medikamente
  • in ihrer Beziehungsgestaltung, in ihren sozialen Kompetenzen, ihrer Konfliktfähigkeit und Frustrationstoleranz gestärkt
  • ganzheitlich im emotionalen, kognitiven, sozialen und körperlichen Bereich gefördert
  • durch Spielangebote, die das Entdecken, Erleben und Erforschen ansprechen, in ihrer Entwicklung angeregt
  • in allen lebenspraktischen Bereichen des Alltages angeregt sich zu entwickeln
  • ermutigt zu einem gesunden Ernährungs- und Lebensstil
  • bei den Hausaufgaben individuell betreut
  • zur sinnvollen Freizeitgestaltung motiviert
  • durch regelmäßige psycho- und reittherapeutische Angebote unterstützt

Das Leben in einer Intensiv-Pädagogischen Wohngruppe

Spaß haben – Unterstützung genießen – ernst genommen werden !

Die Wohngruppen befinden sich jeweils in einem großen Haus in einem Wohngebiet mit guter Anbindung an alle Schulformen und verschiedenen Freizeitangeboten. Jedes Mädchen hat ein Einzelzimmer, um sich zurückziehen zu können. Dazu gibt es gemeinsam genutzte Räume, wie Wohnzimmer, Esszimmer, Küche und Badezimmer.

Am Morgen wird geweckt, wer kann, geht in die Schule, wer nicht kann, hilft der Haushälterin, bekommt einen Aktivitätenplan oder absolviert ein Praktikum, innerhalb oder außerhalb der Einrichtung, stunden- oder tageweise, je nach persönlichem Vermögen. Mittags freuen sich alle auf das leckere Essen das frisch zubereitet wird.
Hausaufgabenzeit, Spielen, Arzt- und Therapeutentermine, Freunde besuchen, Hobby´s nachgehen, dies bis zum Abendessen alles unter einem Hut zu bekommen, ist nicht einfach. Am Wochenende ist es entspannter, da wird schon mal länger geschlafen und alles ruhiger angegangen. Spaß haben die Mädchen bei einer Gruppenunternehmung.

Heimfahrten sind monatlich möglich, Besuche der Angehörigen nach Absprache.

Das Team bilden sechs Pädagoginnen in Vollzeit und eine Haushälterin sowie eine Psychotherapeutin und eine pädagogische Leiterin mit jeweils 20 Wochenstunden.